Kapitän bleibt an Bord – Stefan Spieweg geht mit in die Bundesliga

„Endlich mal Meister“ klang USC-Kapitän Stefan Spieweg nach dem Titel in der vergangenen Saison fast schon erleichtert. Nach mittlerweile 16 Jahren in der ersten Braunschweiger Mannschaft hat der Linkshänder endlich seinen verdienten Titel. Der 35-Jährige ist DIE spielende Legende im USC. Seit 2003 im Verein, da waren einige Spieler der jetzigen Mannschaft noch nicht einmal geboren, hat „Spiewi“ alle Höhen und Tiefen mitgemacht. Angefangen im Bundesliga-Kader 2010, ging es nach dem Abstieg 2012 als Tabellenletzter in die damals neugegründete 3. Liga. Nach einer Saison mit Platz 5 stieg der USC in der zweiten Saison 2014 wieder ins deutsche Unterhaus auf – als Tabellenvierter. In den folgenden Jahren wurde die Klasse gehalten, mal mit einem starken Platz im Mittelfeld, mal durch den Rückzug anderer Mannschaften. Stefan spielte dabei auf verschiedensten Positionen. Sowohl auf seiner gelernten Position als Diagonalangreifer, im Außenangriff oder aufgrund starker Knieproblem zuletzt als (sehr großer) Libero. Nach dem letzten Abstieg blieb Stefan, für ihn selbstverständlich, der Mannschaft treu und schaltete ungeahnte Reserven in seinen Knien frei. Das Liberotrikot wurde also wieder gegen ein normales getauscht und die Gegner durften wieder aus nächster Nähe anschauen, wie ein Aufschlag nach dem anderen in ihrem Feld einschlug. Mit seiner stabilen Annahme spielte der 1,92m große Braunschweiger fortan im Außenangriff.

Stefan Spieweg im Gespräch mit der nächsten Generation

Ob er damit gerechnet hat, nochmal in der Bundesliga zu spielen? Scheiterte der Aufstieg nach dem Vizemeistertitel 2024 an strukturellen und finanziellen Herausforderungen, so schien die Tür endgültig zu. Aber Stefan machte weiter, immer einfach weiter. Nach vorne schauen. Auch als ihn vor einem Jahr in der Sommerpause eine Bauchverletzung über Monate fast die gesamte Hinrunde zum Zuschauen verdammte, steckte der Kapitän mit der Nummer 10 nicht den Kopf in den Sand. Bei Spielen fast immer auf der Bank, egal ob Zuhause oder irgendwo in NRW: ein Teil der Mannschaft war er zu jedem Zeitpunkt. Pünktlich zu Hannes Gottschalls beruflicher Abwesenheit Anfang des Jahres wurde Stefan wieder fit. In einer Situation, wo wir bereits die Gejagten waren, wurde er also ein bisschen „ins kalte Wasser“ geworfen, drehte eine Woche nach seinem Einstieg ins Training das Spiel gegen 1860 Bremen. Nichts mit langsam wieder ranführen, behutsam mehr Spielanteile sammeln: danach ab in die Starting-6 und den Titel nach Hause fahren war das Motto. Und Spiewi lieferte mit all seiner Routine und Erfahrung, wurde im ausverkauften Heimspiel gegen Bielefeld sogar zum Most Valuable Player gekürt und hielt zwei Spiele später die nächste goldene Medaille in der Hand – der Titel. Als Kapitän.

Gefürchtete Aufschläge – im Spiel gegen Bielefeld gekrönt mit der MVP Medaille

Jetzt also nicht nur die sportliche Qualifikation für Liga 2, sondern auch tatsächlich der Aufstieg. Stefan Spieweg trägt jetzt nicht nur erneut das Bundesliga-Logo auf dem Oberarm, sondern führt das hungrige Team auch weiterhin mit dem Strich unter der Nummer 10 aufs Feld. Wenn das nicht mal geil ist.