Braunschweig mit Doppelspielwochenende

Wenn am Samstag um 18 Uhr der Anpfiff MLK Volleys Köln vs. USC Braunschweig ertönt, sind die Favoritenrollen klar verteilt: die Kölner, selbst als Drittligameister ein Jahr vor dem USC aufgestiegen, haben sich direkt in ihrer Premierensaison zum Topteam entwickelt. Mit Siegen gegen Aligse, Lindow und Giesen mischten sie die Liga auf und schrammten als Hauptrundenfünfter nur haarscharf hinter dem TSV Giesen II an den neu eingeführten Playoffs vorbei.

Mit Luis Henrichs wissen sie einen bekannten Beachvolleyballer, 9. bei den Deutschen Meisterschaften vor einigen Wochen, als Außenangreifer in ihren Reihen. Neuzugang Jonas Winterscheidt wurde bereits Zweitligameister mit Mondorf, Mittelblocker Andreas Tins hat mittlerweile 9 Saisons in Deutschlands zweithöchster Spielklasse absolviert und der letztjährige Trainer Sebastian Schnorr verstärkt seit dieser Saison wieder den Außenangriff. Auch Fredrik Adams ist den Braunschweigern noch aus Aachener Zeiten bekannt, schon damals überzeugte der 2,04m Riese mit krachenden Blocks und einer unglaublichen Angriffshöhe.

Das vorletzte Heimspiel in der Tunica war gleichzeitig das letzte Aufeinandertreffen mit dem da bereits feststehenden Meister Köln.

Im Gegensatz zum USC, der mit dem Sieg gegen Giesen vor heimischer Kulisse die große Überraschung zum Saisonstart geschafft hat, waren die MLK Volleys selbst Leidtragende eines Überraschungserfolges. Ohne Henrichs verloren die Domstädter bei Mitaufsteiger Terra Tebu Volleys mit 0:3. Aussagekräftig ist dies nicht, mussten sie am schwer bespielbaren Burgweg vor einem euphorischen Gästepublikum im ersten Saisonspiel doch direkt gegen einen Gegner ran, der nichts zu verlieren hatte. Umso mehr motiviert werden die Kölner sein, nicht noch einmal einen Außenseiter punkten zu lassen, vor allem nicht vor heimischer Kulisse.

Der USC reist mit der Einstellung, auch in der Rheinmetropole nichts zu verlieren haben, aber großer Motivation auf die nächste Sensation, an.

Beim letzten Gastspiel in Köln hagelte es, trotz vollem Einsatz, eine verdiente 3:1 Niederlage.

Nach einer Übernachtung in Köln sind die Männer von der Oker bereits am Sonntag, weitere 2h Fahrt entfernt, in Frankfurt am Internat gefordert. Die überwiegend aus Juniorennationalspielern bestehende Mannschaft tritt mit Sonderspielrecht in der Nordstaffel an, da bereits mit den Volleyyoungsters Friedrichshafen ein Nachwuchsteam in der Südstaffel antritt. Dort konnten sie zum Ende der letzten Saison bereits einige Erfolge feiern, so beim Auswärtserfolg gegen den späteren Meister Gotha. Die Jungs, die unter Profibedingungen ein vielfaches des Braunschweiger Trainingsvolumens umsetzen, sind heiß auf Bundesligavolleyball und können befreit aufspielen. Ein Abstieg ist nicht möglich.

Ganz anders in Braunschweig: um dem Ziel Klassenerhalt einen kleinen Schritt näher zu kommen, versucht der fast vollständige Kader möglichst einige Punkt an diesem kräftezehrenden Wochenende einzusammeln. Einzig Kapitän Spieweg fällt weiterhin verletzungsbedingt aus. Auf der Diagonalposition steht Philipp Maasberg, der auf Co-Trainer Michael Finnmann verzichten muss, nur eine etatmäßige Option zur Verfügung.

Alle Spiele werden auf www.youtube.com/dynvolleyball kostenfrei übertragen.